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Fragen und Benutzungshinweise

Als Geheimes Kabinett wurde das Arbeitszimmer des Königs bezeichnet. Weil die preußischen Monarchen im 18. Jahrhundert nur für wenige Monate im Jahr in Berlin weilten und sich mehrheitlich in den Nebenresidenzen im Berliner Umland aufhielten, war das Kabinett dezentral organisiert. Die Bearbeitung von Vorgängen fand sowohl am jeweiligen Aufenthaltsort des Königs als auch in den Wohnungen der Kabinettssekretäre statt. Der Begriff »Minüten« stammt aus dem Französischen und steht innerhalb der Schriftgutverwaltung für Konzept oder Urschrift eines offiziellen Dokuments. Um die ausgehenden Schriftstücke des Kabinetts an einem zentralen Ort zu bündeln, wurden sie auf Papierlagen chronologisch abgeschrieben und zu Büchern gebunden. Die Kabinetts-Minüten gehören daher der Archivaliengattung Amtsbuch an. Weil in Amtsbüchern Daten zur Rechts- und Informationssicherung eingetragen wurden, fungierten sie als analoge Vorläufer von Datenbanken.

Jeder Minüten-Eintrag enthält die Abschrift eines ausgehenden Kabinettsschreibens. Je nach Adressat sind sie unterschiedlich gestaltet und können aktenkundlich klassifiziert werden. Eine Ausnahme bilden Dekrete, die oft nur aus der Verfügung oder dem Vermerk zu einem Schreiben bestehen können. Jeder Minüten-Eintrag wird als Datensatz erfasst. Die Signatur des Minüten-Bandes und die Nummer des Minüten-Eintrags dienen der zweifelsfreien Identifizierung. Zunächst werden die Metadaten des Eintrags erfasst und mit dem Digitalisat verknüpft. Anschließend werden Personen, Institutionen, Geografika, Bauwerke und Sachbetreffe indexiert. Alle Minüten-Einträge werden zusätzlich zu übergeordneten Sachgebieten verschlagwortet. Die Indexierung ist bis zum 31.12.1733 vollständig. Die Erschließung der folgenden Minüten-Einträge erfolgt nach den zeitlichen Ressourcen des Indexierenden in Echtzeit.

Indexierte Begriffe können in der alphabetischen Liste oder durch die Volltextsuche recherchiert werden. Zudem können in der Erweiterten Suche die indexierten Personen, Institutionen, Geografika, Bauwerke oder Sachbetreffe kombiniert oder gefiltert gesucht werden. Ferner erlaubt die Erweitere Suche die Eingrenzung der Suchabfrage auf einzelne Minüten-Bände, Zeiträume oder Verschlagwortungen. Durch das Anklicken des entsprechenden Icons in der Trefferliste wird das Digitalisat zum Minüten-Eintrag angezeigt. Durch das Setzen von Lesezeichen können Suchergebnisse kurzweilig gespeichert werden. Sie werden nach Abschluss der Recherche automatisch gelöscht. Minüten-Bände, die noch nicht indexiert wurden, können unter „Minüten-Einträge \ Amtsbücher“ als Digitalisat angezeigt und selbst durchsucht werden.

Die KBM-Datenbank besitzt die Möglichkeit, die Minüten-Einträge zu kommentieren. Die Kommentare sind anonym und können nur von den Bearbeitenden gesichtet und geprüft werden. Die Kommentarfunktion eignet sich daher nicht zur Kontaktaufnahme. Für weitergehende Fragen oder Hinweise nutzen Sie bitte die üblichen Kontaktmöglichkeiten: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Archivstraße 12–14, 14195 Berlin (Dahlem), Tel.: 030/266 44 75 00, Fax: 030/266 44 15 16, posteingang@gsta.spk-berlin.de.

Denny Becker, Regierungswerk und Lebenswelt Friedrich Wilhelms I. im Spiegel der Kabinettsminüten – Archivische Erschließung und Repräsentation von Amtsbüchern, in: Mehr als nur „Soldatenkönig“ – Neue Schlaglichter auf Lebenswelt und Regierungswerk Friedrich Wilhelms I., Fachtagung des Geheimen Staatsarchivs PK und der Historischen Kommission zu Berlin 2017 [im Druck]; - Josef Hartmann / Jürgen Kloosterhuis, Amtsbücher, in: Friedrich Beck / Eckart Henning, Die Archivalischen Quellen. Mit einer Einführung in die historischen Hilfswissenschaften, 3. Aufl., Köln 2003; - Jürgen Kloosterhuis, Kabinetts-Minüten, in: Klaus Detmar, Es wächst zusammen, was zusammengehört. Beiträge zum wissenschaftlichen Kolloquium zu Ehren von Jürgen Wetzel am 25. November 2003 im Landesarchiv Berlin, Berlin 2004, S. 25–62; - Wolfgang Neugebauer, Das preußische Kabinett in Potsdam. Eine verfassungsgeschichtliche Studie zur fürstlichen Zentralsphäre in der Zeit des Absolutismus, in: Ders., Potsdam – Brandenburg – Preußen. Beiträge der Landegeschichtlichen Vereinigung zur Tausendjahrfeier der Stadt Potsdam, Berlin 1993, S. 69–115; - Wolfgang G. und Mechthild Stock, Wissensrepräsentation, Auswerten und Bereitstellen von Informationen, München 2008.

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